Was sind Support und Resistance?
Support (Unterstützung) und Resistance (Widerstand) sind Preisniveaus, an denen der Markt historisch Kauf- oder Verkaufsdruck gezeigt hat. Sie sind das Rückgrat der technischen Analyse und die Basis für die meisten Trading-Setups.
Support ist ein Preisniveau, bei dem der Markt in der Vergangenheit Käufer gefunden hat. Der Preis fällt bis zu diesem Level, prallt ab und steigt wieder. Je oefter der Preis an einem Support-Level abprallt, desto stärker gilt das Level.
Resistance ist das Gegenteil: ein Preisniveau, bei dem der Markt in der Vergangenheit Verkaeufer gefunden hat. Der Preis steigt bis zu diesem Level, wird abgelehnt und fällt wieder.
Wie du Support und Resistance findest
Methode 1: Horizontale Level (am wichtigsten)
Suche nach Preisniveaus, an denen der Preis mehrfach gedreht hat. Auf dem Tageschart sind das die Level, die am meisten Beachtung finden. Ein gutes Support/Resistance-Level hat mindestens 2-3 historische Beruehrungen.
Wichtig: Support und Resistance sind keine exakten Linien, sondern Zonen. Ein Preis muss nicht auf den Pip genau an einer Linie drehen. Zeichne Zonen von 10-20 Pips (Forex) oder 50-100 Punkte (Indizes).
Methode 2: Runde Zahlen
Runde Zahlen (42.000 beim US30, 1.0800 bei EUR/USD, 2.000 bei Gold) fungieren als natürliche Support/Resistance-Level. Das liegt an der Psychologie der Marktteilnehmer: Viele setzen ihre Orders an runden Zahlen, was Cluster von Kauf- und Verkaufsorders erzeugt.
Methode 3: Vorheriges Hoch/Tief
Das Hoch und Tief der vergangenen Woche, des vergangenen Monats oder des vergangenen Quartals sind wichtige Level. Viele institutionelle Trader nutzen diese Level für ihre Planung.
Methode 4: Gleitende Durchschnitte
Der 200-Tage-Durchschnitt (200 SMA oder 200 EMA) gilt als der wichtigste dynamische Support/Resistance-Indikator. Wenn der Preis über dem 200-Tage-Durchschnitt liegt, sind die Trader bullisch. Darunter bearisch.
Support/Resistance + Sentiment: Die Kombination, die funktioniert
Warum die Kombination maechtig ist
Support und Resistance zeigen, WO der Markt drehen könnte. Sentiment zeigt, WER auf welcher Seite steht. Zusammen ergeben sie ein vollständigeres Bild als jede Methode allein.
Setup 1: Contrarian-Bounce am Support
Setup 2: Contrarian-Rejection am Resistance
Setup 3: Breakout-Bestätigung
Wann Support und Resistance versagen
Hohe Volatilität (Events)
An FOMC-Tagen, bei NFP oder bei geopolitischen Schocks können Support- und Resistance-Level brechen wie Papier. In solchen Situationen dominiert der Event-Flow — nicht die technische Struktur.
Nachrichtengetriebene Märkte
Wenn ein Instrument von einer Nachricht getrieben wird (z.B. EZB senkt Zinsen überraschend um 50 Basispunkte), werden alle technischen Level irrelevant. Der Markt sucht ein neues Gleichgewicht, das keine historische Referenz hat.
Schwache Level
Ein Level, das nur einmal beruehrt wurde, ist schwach. Verlasse dich nur auf Level mit mindestens 2-3 Bestätigungen. Je mehr Beruehrungen, desto stärker das Level — aber desto wahrscheinlicher auch, dass es irgendwann bricht (weil zu viele Trader das gleiche Level beobachten).
Praktischer Workflow: Support/Resistance + Sentmo
Morgendliche Vorbereitung (10 Minuten)
Intraday-Entscheidung
Fazit
Support und Resistance sind die Grundlage der technischen Analyse — aber allein sind sie nicht genug. Hunderte von Tradern zeichnen die gleichen Linien. Der Unterschied liegt in der Kombination mit Sentiment-Daten: Wenn du weisst, WO der Markt drehen könnte (S/R) und WER auf der falschen Seite steht (Sentiment), hast du einen Edge, den die meisten Trader nicht haben.